Sprunkmarken
v.l.: Dieter Mattner, Rabbiner David Vinitz, Leonid Goldberg, Thomas Lenz, Henry Wollner

Arbeitslose Menschen restaurieren Jüdischen Friedhof

Menschen des zweiten Arbeitsmarktes restaurieren den denkmalgeschützten Jüdischen Friedhof am Weinberg. Das langjährige Projekt des Jobcenters Wuppertal und der Jüdischen Kultusgemeinde Wuppertal steht vor seinem Abschluss.
Wenn man den denkmalgeschützten Jüdischen Friedhof am Weinberg, der bereits im Jahr 1896 angelegt wurde, betritt, fühlt man sich wie auf einer Zeitreise durch das letzte Jahrhundert. Im Schatten der Bäume ragen Grabsteine empor, die die unterschiedlichen zeittypischen Stile der Grabsteingestaltung des 20. Jahrhunderts vertreten. Dennoch sind die Grabschriften gut lesbar, die Grabeinfassungen intakt und die Grabsteine restauriert. Die steinerne Grablandschaft, die Wege und Grünflächen wirken gepflegt.
Denn in jahrelanger Kooperation zwischen der jüdischen Kultusgemeinde und dem Jobcenter Wuppertal wird der Jüdische Friedhof am Weinberg von Menschen des zweiten Arbeitsmarktes instandgesetzt. Seit 2013 begleitet die GbA (Gesellschaft für berufliche Aus- und Weiterbildung mbH) das Projekt der Beschäftigungsförderung und qualifiziert die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Voraussichtlich im Oktober wird nun auch das letzte Feld fertiggestellt.
Das Projekt hat eine stadthistorische Bedeutung, darin sind sich Thomas Lenz, Vorstandsvorsitzender des Jobcenters Wuppertal, und Leonid Goldberg, Vorsitzender der Jüdischen Kultusgemeinde, einig. „Der Jüdische Friedhof am Weinberg ist ein Kulturgut der Stadt, an dem sich nicht nur die wechselhafte Geschichte der jüdischen Gemeinde im 20. Jahrhundert ablesen lässt“, berichtet Leonid Goldberg. „Es war uns ein großes Anliegen, dass nichts in Vergessenheit gerät. Vor 10 Jahren haben wir versucht, die Restaurierung des Friedhofs im Alleingang in Angriff zu nehmen und mussten uns eingestehen, dass dies allein aus eigener Kraft nicht zu schaffen ist. Wir sind glücklich, mit dem Jobcenter einen zuverlässigen Partner gefunden zu haben.“
Fünf bis acht Projektteilnehmende sanieren den Friedhof unter fachlicher Anleitung der GbA. „Bei diesem Projekt sind besonders die jüdischen Einwanderer als Projektteilnehmerinnen und –teilnehmer zum Zuge gekommen“, erläutert Thomas Lenz. „Die Sinnstiftung ihrer Tätigkeit steht für sie außer Frage.“ Im Rahmen der Arbeitsgelegenheiten werden Kundinnen und Kunden des Jobcenters angeleitet, qualifiziert und verbessern durch praktische Erfahrungen ihre Chancen für den ersten Arbeitsmarkt.
„Mit diesem Projekt konnten wir auch einen Beitrag zur Stadtentwicklung und zum Erhalt dieser wichtigen historischen Stätte in unserer Stadt leisten“, resümiert Thomas Lenz.