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von links: Thomas Lenz, Holger Russ, Uwe Benn

Gesunde Integration – Bündnis für Gesundheit

Jobcenter Wuppertal und die Arbeitsgemeinschaft der gesetzlichen Krankenversicherung schließen Kooperationsvereinbarung zur Gesundheitsförderung für arbeitslose Menschen.

„Arbeitslos – Gesundheit los – chancenlos?“

Diesen Slogan kann Uwe Benn, Gesundheitsbeauftragter beim Jobcenter Wuppertal, nicht unterschreiben. Er setzt vielmehr auf das aktuelle Gesundheitsprojekt, in dem gesetzliche Krankenkassen mit 60 Jobcentern und Arbeitsagenturen im gesamten Bundesgebiet kooperieren, um die Arbeits- und Gesundheitsförderung systematisch zu verzahnen.
Das Jobcenter Wuppertal hat sich um die Projektförderung beworben und den Zuschlag erhalten. Mit Parolen, wie „Sterben Arbeitslose früher?“ oder „Weiter ohne Arbeit bei schlechter Gesundheit!“ will man sich hier nicht lange aufhalten.
Ein wichtiger Bestandteil der Beratung im Jobcenter ist die Sensibilisierung für das Thema Gesundheit und die Angebote der gesetzlichen Krankenkassen in der Region. Das Angebotsportfolio der Kassen ist speziell auf die Bedürfnisse dieser Zielgruppe ausgerichtet und zielt auf Prävention und Kuration ab. Themen wie Stressbewältigung, gesunde Ernährung und Bewegung stehen im Mittelpunkt. Dabei besteht die Herausforderung darin, dass diese Angebote auch in Anspruch genommen werden.

Teufelskreis Arbeitslosigkeit und Gesundheit

Um Arbeitslose mit Prävention und Gesundheitsförderung besser zu erreichen, will das Jobcenter Wuppertal mit Krankenkassen und anderen Gesundheitspartnern Hand in Hand in den kommunalen Strukturen zusammenarbeiten. „Uns eint das Ziel, die Lebensqualität für Arbeitslose zu verbessern und den sich leider zu häufig ergebenden Teufelskreis zwischen Arbeitslosigkeit und Krankheit aufzubrechen“, so Thomas Lenz, Vorstandsvorsitzender des Jobcenters Wuppertal.
Anhaltende Arbeitslosigkeit ist nachweislich ein gesundheitlicher Risikofaktor. Diese Menschen sind öfter und länger in stationärer Behandlung, ihnen werden häufiger Arzneimittel verordnet als anderen Kundinnen und Kunden. Zudem erschweren gesundheitliche Einschränkungen die berufliche Eingliederung. Hinzu kommt: Obwohl gerade Arbeitslose Präventionsmaßnahmen bräuchten, um ihre Gesundheit zu erhalten, nutzt diese Gruppe die vorhandenen Angebote seltener. Diesen negativen Kreislauf wollen die Krankenkassen und die Integrationsfachkräfte im Jobcenter mit ihrem Projekt durchbrechen.

Mehr als 40 Prozent der Arbeitslosen haben gesundheitliche Einschränkungen

Die Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit ist gerade für die Zukunft eine zentrale Herausforderung. Die Zusammenarbeit von Krankenkassen und Jobcentern ist dabei enorm wichtig, da die Gesundheit von Arbeitslosen nachweislich häufiger als bei Erwerbstätigen gefährdet ist. Mehr als 40 Prozent sind allein durch ihre gesundheitlichen Einschränkungen an der Integration in den Arbeitsmarkt gehindert.
„Die Verzahnung von „Arbeit und Gesundheit“ – gesetzlich initiiert durch das Präventionsgesetz von 2015 – ist endlich ein weiterer Schritt, die Lebenswelt der (Langzeit-) Arbeitslosen zu realisieren und abgestimmte, passgenaue Maßnahmen zu entwickeln“, so Thomas Lenz.

Jobcenter Teil des Netzwerks für Gesundheit

„Angesichts der vielen Schnittstellen des Projekts mit dem kommunalen Bereich – Gesundheitsämter, Sozialämter, Jugendämter, Suchtberatung, sozialpsychiatrische Dienste, örtliche Kliniken und Ärzteschaft etc. – begrüßen wir die Ausweitung der Kooperation nun auch auf das kommunale Jobcenter sehr“, so Holger Russ, verantwortlicher Vertreter der gesetzlichen Krankenkassen. Als Träger der Jobcenter und im Rahmen der kommunalen Gesundheitsförderung sind auch die Städte ein Bindeglied zwischen Gesundheits- und Arbeitsförderung.
Daher ist das Jobcenter Wuppertal auch bereits ordentliches Mitglied der Gesundheits-, Alters- und Pflegekonferenz (GAPK) in Wuppertal geworden und ein weiterer „Player“ im Gesundheitswesen im Bergischen Land.
Uwe Benn

Ganzheitliches Gesundheitsmanagement

Als Gesundheitsbeauftragter des Jobcenters fungiert seit einigen Monaten bereits Uwe Benn, der vorher viele Jahre Erfahrungen im Management - Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung sammeln konnte. Diese Funktion gilt auch in der Arbeitsverwaltung als ein „Novum“ und wird sich allein aufgrund der quantitativen Bedeutung des Themas Gesundheit in Zukunft sicher als selbstverständlich etablieren.
Die Einführung eines „ganzheitlichen Gesundheitsmanagements“ auch für Beschäftigte des Jobcenters ist darüber hinaus erklärtes Ziel des Vorstandes des Jobcenters Wuppertal. Nur das aktive Zusammenspiel zwischen der aktuellen Projektarbeit für Kundinnen und Kunden und einem gelebten eigenen Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) der Beschäftigten des Jobcenters ist der Garant für den Erfolg. Beide Aufgaben liegen in der Zuständigkeit des Gesundheitsbeauftragten.
Uwe Benn fasst seinen Auftrag in einem Satz zusammen: „Arbeitslosigkeit rechnet sich nie, Gesundheitsförderung immer!“