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Integrationsminister Dr. Joachim Stamp

„Wuppertal ist bei der Integration Zugewanderter Vorreiter"

„Wuppertal ist bei der Integration Zugewanderter Vorreiter und Vorbild – für Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus!“ Mit diesen Worten gratulierte Integrationsminister Dr. Joachim Stamp persönlich zur feierlichen Eröffnung des Hauses der Integration in Wuppertal am 09. März 2018. Im festlichen Ambiente feierten die Hausherren mit der Stadtspitze und den übrigen 120 Gästen aus Politik, Wirtschaft, Wohlfahrtverbänden und Verwaltung eine bundesweit einzigartige Institution, die nun ihren Vollbetrieb aufnimmt. Der WDR-Moderator Ede Wolff führte durch das Programm.

Nach umfangreichen Umbauarbeiten und Umzügen präsentiert sich das Haus der Integration seinen Besucherinnen und Besuchern offen, hell und großzügig. Das moderne Verwaltungsgebäude beherbergt nun nahezu das gesamte Ressort Zuwanderung und Integration, die Geschäftsstelle zebera des Jobcenters Wuppertal und den Integration Point der Bundesagentur für Arbeit. Es ist die Adresse in der Stadt, wo Zugewanderte ihre Angelegenheiten rund um Aufenthaltsstatus, berufliche Integration, finanzielle Hilfen oder Beratung zu Sprachkursen und anderen Bildungsangeboten klären können.

v.l.: Hans-Jürgen Lemmer, Ede Wolff, Thomas Lenz, Dr. Stefan Kühn
Thomas Lenz, Vorstandsvorsitzender des Jobcenters Wuppertal, und Hans-Jürgen Lemmer, Ressortleiter des Ressorts Zuwanderung und Integration, verwiesen auf die seit Jahren bestehende sehr gute Kooperation zwischen beiden Organisationen und erläuterten, wie Kundinnen und Kunden und Beschäftigte von den kurzen Wegen profitieren. Sie bedankten sich bei ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für das persönliche Engagement und den Kraftakt, den sie in den vergangenen drei Jahren bei der Aufnahme, Versorgung und Beratung geflüchteter Menschen gestemmt haben.

„Das Haus der Integration verkörpert eine Haltung!“

„Insbesondere bei der Flüchtlingsintegration haben Sie in der Vergangenheit hier in Wuppertal Großartiges geleistet und dafür sind Sie über Nordrhein-Westfalen hinaus bekannt!“, würdigte auch Minister Stamp aus dem Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen (MKFFI) die Anstrengungen. Die unterschiedlichen Stränge der Integration von Flüchtlingen würden mit dem Haus der Integration zusammengeführt und das sei auch für andere Kommunen ein Zukunftsmodell.
v.l.: Stefan Kulozík, Andreas Mucke, Stefan Kühn
Stefan Kulozik, Gruppenleiter im Arbeitsministerium Nordrhein-Westfalen, überbrachte die persönlichen Glückwünsche des Ministers Karl-Josef Laumann (Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW, MAGS) und stellte die Bedeutung des Hauses der Integration heraus, die sich nicht nur auf öffentliche Dienstleistungen, Funktionalität, bauliche oder organisatorischen Aspekte beschränkt. „Das Haus der Integration ist weitaus mehr als die Steine aus denen es gebaut wurde. Es steht für eine Botschaft, es verkörpert eine Haltung und es verspricht Erfolg!“ Damit brachte Stefan Kulozik zum Ausdruck, was sich aus allen Redebeiträgen herauskristallisierte: Wuppertal hat eine Haltung, es heißt die Menschen, die in Wuppertal ihre neue Heimat finden, willkommen.
Oberbürgermeister Andreas Mucke

„Stolz Oberhaupt dieser Stadt zu sein!“

Oberbürgermeister Andreas Mucke zeigte sich stolz, Oberhaupt einer Stadt zu sein, die weltoffen und tolerant ist und die keinen Platz für Rassismus bietet. Er bedankte sich bei den Vertreterinnen und Vertretern des Ehrenamtes und verwies auf das vorbildliche Engagement der Zivilgesellschaft und der Wirtschaft, die den Menschen ganz konkret Hilfestellungen bei der Orientierung, der beruflichen und gesellschaftlichen Integration leisten. Der Dank galt auch den Beschäftigten der Verwaltung und des Jobcenters. Denn dass über 95 % aller Geflüchteten in Wuppertal in Wohnungen untergebracht seien, wäre nicht zuletzt ihr Verdienst. „Wir sind wieder eine wachsende Stadt! Wir freuen uns darüber, dass viele junge Menschen nach Wuppertal kommen! Sie sind für Wuppertal eine Chance und wir heißen sie willkommen!“
v.l.: Ede Wolff, Thomas Lenz, Dr. Stefan Kühn
Auf die Frage nach aktuellen Herausforderungen antwortete Sozialdezernent Dr. Stefan Kühn, dass die infrastrukturellen Rahmenbedingungen weiter ausgebaut werden müssten - konkret bedeute dies mehr Kindergärten und Schulen. Hier müsse die Trendwende bei der Bevölkerungsentwicklung nachvollzogen werden.
Christiane Bainski, die Leiterin der Landesweiten Koordinierungsstelle Kommunale Integrationszentren (LaKI), betonte, dass das Haus der Integration eine Fortführung der langen und guten Tradition der Initiativen für Zugewanderte und Geflüchtete in Wuppertal sei. Sie rief die Vielzahl an Projekten in Erinnerung, die insbesondere auf die Bildung von Kindern und jungen Erwachsenen aus Zuwanderungsfamilien abzielen.
v.l.: Ede Wolff, Esraa Hammami, Sarah Ismail

„Mein Herz tanzt!“

Besonders beeindruckend und bewegend waren die persönlichen Geschichten von drei jungen Menschen, die in Wuppertal ihre neue Heimat gefunden haben.
Die junge Syrerin Esraa Hammami lebt mir ihrem Mann und ihren zwei Kindern seit zwei Jahren in Deutschland. Sie erzählte auf eine berührende Art, welche Unterstützung sie in Wuppertal durch das Jobcenter und das Projekt des Sozialdienstes Katholischer Frauen (SKF), „Watan“, erfahren hat, welche Pläne und Träume sie hat und welche Dankbarkeit sie für Deutschland verspürt: „Ich kann mit Worten nicht all das ausdrücken, was ich im Herzen fühle. Aber mein Herz tanzt!“. Und sie überreichte ein ganz persönliches Geschenk, das keiner weiteren Worte bedurfte. Zwei selbst gebackene Torten: eine Jobcenter-Torte und eine Deutschland-Torte mit der Aufschrift „DANKE“.
v.l.: Esraa Hammami mit Ehemann Mohamad Nashaat Basmahji
Bei den Gesprächen mit den jungen Menschen wurde deutlich, wie die Hilfe der einzelnen Institutionen und Firmen konkret bei ihnen ankommt.
v.l.: Moaaz Alarashi, Ede Wolff, Esraa Hammami
So erzählte der 22-jährige Moaaz Alarashi in flüssigem Deutsch, dass er vor zwei Jahren vor dem Krieg in Syrien geflohen ist. In dem Kooperationsprojekt „Restart Your Future“ des Ressorts Zuwanderung und Integration mit der Bayer AG und dem Internationalen Bund hat er den B2-Sprachkurs erfolgreich absolviert und qualifizierte sich für das Bayer-Förderprogramm „Starthilfe“. Hier wird Moaaz Alarashi auf eine Berufsausbildung im naturwissenschaftlichen Bereich bei der Bayer AG vorbereitet – mit Erfolg. Der junge Syrer beginnt am 01.09.18 eine Ausbildung zum Biologielaboranten. Seinen persönlichen Dank richtete er an die beiden Bayer-Vertreter, die im Publikum saßen: „Ich danke der Bayer AG für diese Unterstützung!“
v.l.: Esraa Hammami, Reza Fateh Moghadam, Moaaz Alarashi
Etwas schwierigere Startbedingungen in Deutschland hatte der 35-jährige Iraner Reza Fateh Moghadam. Erst nach drei Jahren bekamen seine Frau und er eine Aufenthaltserlaubnis. In dieser Zeit hatte er keinen Zugang zu Sprachkursen. Mit viel Ehrgeiz und Durchhaltevermögen hat er sich die deutsche Sprache mit Hilfe von Büchern, Internet und persönlichen Kontakten zu deutschen Bekannten und Freunden selbst beigebracht. Im Iran hat er als Chemie-Ingenieur sieben Jahre in seinem Beruf gearbeitet. Leider wurde sein Berufsabschluss in Deutschland nicht anerkannt. Mit dem Erlangen der Aufenthaltserlaubnis vor einem Jahr hatte Reza Fateh Moghadam endlich Zugang zu Fördermaßnahmen und Sprachkursen. Mittlerweile hat auch er die B2-Sprachprüfung in der Tasche, nimmt ebenfalls am Bayer-Förderprogramm „Starthilfe“ teil und vor drei Wochen kam die schöne Nachricht in den Briefkasten geflattert, dass er zum 01.09.18 eine Ausbildung als Chemielaborant bei der Bayer AG beginnen kann.
Drei sehr unterschiedliche persönliche Geschichten, die Hoffnung machen und die allen Gästen der Veranstaltung, die sich bei der Integration geflüchteter Menschen engagieren, deutlich machten, dass sich die Anstrengung lohnt. Zum Schluss hat Esraa Hammami einen Wunsch formuliert: „Ich möchte das Flüchtlingskleid abstreifen!“
Für gute Stimmung und das kulturelle Rahmenprogramm sorgten die drei Auftritte des farbenfrohen internationalen Chors „WoW – Women of Wuppertal“. Der mehrfach ausgezeichnete Chor ist Teil des Projektes „Mütter mit Migrationshintergrund – M³“, das der alpha e.V. im Auftrag des Jobcenters durchführt. Die Lebensfreude und gute Laune der Darbietungen war ansteckend und begeisterte die Gäste.
alpha-Chor "WoW - Women of Wuppertal"