Sprunkmarken

Projekte mit Weitblick

Das Wirken des Jobcenters Wuppertal geht über die Erfüllung eines gesetzlichen Auftrages weit hinaus. Mit der Beteiligung an Projekten in Kooperation mit Institutionen, der Kommune oder regionalen Bildungsträgern greift es wichtige auf andere Bereiche übergreifende Themen auf. Das Jobcenter setzt sich damit konsequent für die Realisierung von Chancengleichheit und Teilhabe ihrer Kundinnen und Kunden ein – und wird dem Anspruch nach einer lokalen Prägung bei deren Beratung und Integration gerecht.

Beschäftigungs und Qualifizierungsprojekte

Die Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekte des Jobcenters sind so ausgerichtet, dass sie passgenau und zielgerichtet den individuellen Bedürfnissen der Arbeitsuchenden begegnen. In erster Linie sollen die Menschen an den Arbeitsmarkt herangeführt werden, damit ihnen wieder eine berufliche und soziale Teilhabe ermöglicht ist. Viele Projekte in Kooperation mit regionalen Bildungsträgern leisten neben der individuellen Förderung auch einen wichtigen Beitrag im Bereich sozialer Dienstleistungen und im Sinne des Gemeinwesens.

In einzelnen Projekten geht es aber auch darum, das Verständnis für einzelne Personengruppen zu schärfen oder gemeinsam zukunftsfähige Handlungsempfehlungen auszusprechen und präventive Lösungen zur Vermeidung von SGB-II-Leistungsbezug zu finden.

Eigene Maßnahmen des Jobcenters

Neben den Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekten führt das Jobcenter eigene Maßnahmen durch, die auf unterschiedliche Personengruppen ausgerichtet sind. Das Jobcenter agiert in diesem Zusammenhang als Träger und entwickelt solche Arbeitsmarkt-Dienstleistungen gemäß der erworbenen AZAV-Zertifizierung (Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung) selbst. Sie werden in den Vermittlungs- und Coachingzentren des Jobcenters durchgeführt: OPERA, arriba und Bewerbungszentrum U25.

Das Jobcenter Wuppertal ist an über 100 Projekten beteiligt. Hier eine Auswahl:

Bewegung auf der Nordbahntrasse

Nordbahntrasse

Eine bewegende Strecke in Wuppertal: Die Nordbahntrasse steigert Freizeitwert und Lebensqualität. Mit einer Gesamtlänge von ca. 20 km wird die ehemalige Bahnstrecke als Rad- und Wanderweg ausgebaut - Ende 2014 wurde die gesamte Trasse für den Verkehr geöffnet. Das Projekt „Nordbahntrasse“, das der Verein Wuppertalbewegung 2006 initiiert hat, wird von dem Wichernhaus und dem Jobcenter mit einem Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekt im Bereich Garten- und Landschaftsbau unterstützt. So wurden zur Vorbereitung auf den Ausbau entlang der Trasse Instandhaltungsarbeiten und Rodungen durchgeführt, die von der dafür eingerichteten Werkstattmeisterei koordiniert wurden. Zudem wurden unter Begleitung von Fachingenieuren die zahlreichen Stützmauern restauriert.

Frauen nach vorne

Stoffwechsel

Das Projekt Stoffwechsel von alpha e.V. zielt auf die Heranführung an den beruflichen Alltag von langzeitarbeitslosen alleinerziehenden Frauen und gibt ihnen eine neue Perspektive. Ein wichtiger Bestandteil des wahlweise Teil- oder Vollzeitprojekts ist die Kinderbetreuung. Das Qualifizierungsprogramm berücksichtigt die berufspraktische Vorbereitung durch Verbesserung der Kenntnisse und Fertigkeiten in den Bereichen Verkaufsberatung, Einzelhandel, Logistik und Schneiderhandwerk sowie die Vermittlung von Sozialkompetenz, Kommunikationsfähigkeit und Kenntnissen des Arbeitsrechts.
Team KAoA

Kein Abschluss ohne Anschluss

Die Systematisierung des Übergangs von der Schule in den Beruf ist das Ziel des NRWLandesprogramms „Kein Abschluss ohne Anschluss“ (KAoA). Verantwortlich für die Umsetzung in den Kommunen sind die hierfür eingerichteten „Kommunalen Koordinierungsstellen“, an der in Wuppertal das Jobcenter maßgeblich beteiligt ist. Es setzt sich für die Bedürfnisse junger Schulabgängerinnen und Schulabgänger mit SGB-II-Leistungsbezug ein, um über Förderangebote deren Chancengleichheit und Teilhabe zu realisieren. Das übergeordnete Ziel von KAoA ist es, den Übergang von der Schule in den Beruf so klar zu strukturieren und zu systematisieren, dass es allen Jugendlichen gelingt, schon während ihrer Schulzeit ihre Stärken bewusst wahrzunehmen und zu erkennen, in welchen Berufsfeldern ihre individuellen Stärken am besten zur Geltung kommen. Es geht um die bewusste Entscheidung für einen Beruf – oder ein Studium – direkt im Anschluss an den Schulabschluss.

Hier geht es zur Website des Projekts.

Projekt UFER

UFER

Das Modellprojekt UFER der GESA gGmbH in Kooperation mit der Stadt Wuppertal wird durch das Jobcenter Wuppertal gefördert. UFER steht für „Unterstützende Förderung der Entwicklung beruflicher Ressourcen“ und ermöglicht seit März 2015 arbeitslosen Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis zum 35. Lebensjahr ohne berufliche Erstausbildung die Chance, eine Ausbildung zum Maler und Lackierer nach drei Jahren erfolgreich abzuschließen. Neben der praktischen Kenntnisvermittlung am Wupperufer werden Grundlagen des Malerhandwerks in den Malerwerkstätten der GESA von Meistern vermittelt und die Auszubildenden von Sozialpädagogen unterstützt. Praktika in anderen Innungsbetrieben, der theoretische Unterricht und der Besuch der Berufsschule flankieren die praktische Ausbildung.

Heldentaten-Produktionsschule

In der Heldentaten-Produktionsschule der GESA produzieren junge Menschen sinnvolle und nachhaltige Produkte. Jedes entstehende Objekt ist ein Beleg für den Mut und den Willen, trotz widriger Umstände den eigenen Weg zu gehen – und damit eine wahre Heldentat. Die Heldentaten-Produktionsschule ist wie ein „Unternehmen im Unternehmen“, mit vergleichbaren Regeln. Unter Einsatz moderner Medien und Technik lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wichtige Grundlagen, die nicht nur für die Herstellung der Heldentaten-Produkte wichtig sind, sondern wertvolles Rüstzeug für das weitere Berufsleben geben. Über den begleitenden Besuch des Berufskollegs ist es möglich, den Schulabschluss nachzuholen. Die Betriebspädagogen unterstützen den Lernprozess und helfen bei der Bewältigung der täglichen Herausforderungen.
Die Jobcoaches in Wichlinghausen

Jobcoaches

Persönliche Zuwendung für besondere Umstände: Die Jobcoaches in den Stadtteilen Wichlinghausen und Vohwinkel kümmern sich um Jugendliche, die aufgrund ihrer familiären Situation, fehlender Schulabschlüsse oder akuter Probleme weder Motivation noch Energie für ihre Zukunft aufbringen. Das Vertrauen der Jugendlichen zu gewinnen, steht für die Jobcoaches im Vordergrund. Sie begegnen den jungen Menschen auf angemessener Weise, stärken ihr Selbstverstrauen, bringen sie auf den Weg der Selbstständigkeit und helfen ihnen bei der gezielten Jobsuche. Über dieses von der Diakonie Wuppertal durchgeführte Projekt können durchschnittlich knapp 50 % der betreuten Jugendlichen in Arbeit oder in Ausbildung vermittelt werden.
JobPlus zielt auf Vermittlung

JobPlus

Vom Praktikum zum Angestellten: Das Projekt JobPlus hilft besonderes engagierten und motivierten Kundinnen und Kunden des Jobcenters beim Übertreten der Schwelle zurück ins „geregelte Arbeitsleben“. Die Begleitung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wird auf ihre persönlichen Belange abgestimmt. Berufliche Vorstellungen, Fertigkeiten, Kenntnisse und Erfahrungen beeinflussen Inhalt, Art und Dauer von beruflicher Qualifizierung und Beratungseinheiten. Ein wesentlicher Baustein ist das passgenaue Betriebspraktikum, bei dem berufliche Fähigkeiten – als erster Schritt in den ersten Arbeitsmarkt – gefestigt werden. Das Projekt wird vom Wichernhaus im Auftrag des Jobcenters realisiert. Die Quote spricht für sich: Jeder zweite Teilnehmer findet im Anschluss eine sozialversicherungspflichtige Anstellung.
Ein Projekt mit Profil

Provieliert

Sinnvolle Kombination von Theorie und Praxis: Das niedrigschwellige Trainings- und Integrationsprojekt „provieliert“ vom Forum e. V. unterstützt Langzeitarbeitslose mit besonders hohen Vermittlungshemmnissen, die aufgrund einer psychischen Erkrankung oder einer Behinderung langsam und ohne Druck wieder in das Erwerbsleben einsteigen sollen. Durch die Arbeit an realen Aufträgen werden sie behutsam an das Arbeitsleben herangeführt. Innerhalb der ersten drei Monate werden zunächst die Fähigkeiten und Talente der Teilnehmer festgestellt. Gemeinsam werden anschließend realistische Ziele definiert, auf deren Basis das weitere Integrationsprogramm erarbeitet und immer wieder angepasst wird. Dies kann zum Beispiel den Einstieg in weiterführende Maßnahmen, wie eine berufliche Reha, eröffnen. Im besten Fall führt die „Provielierung“ zu einer festen Anstellung auf dem regionalen Arbeitsmarkt.
Bewegung auf der Nordbahntrasse
Bewegung auf der Nordbahntrasse