Es sind erschreckende Zahlen, die in der Pressemitteilung des Bundesfamilienministeriums am 20.11.18 veröffentlicht wurden. Basis bildet eine Auswertung des Bundeskriminalamts. Häufiger als jeden dritten Tag wird in Deutschland eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet.
2017 starben insgesamt 147 Frauen durch sogenannte Partnerschaftsgewalt.
Jede dritte Frau erfährt Gewalt
Und insgesamt 138.893 Personen wurden durch ihre Partner oder Ex-Partner Opfer versuchter und vollendeter Taten. Insgesamt waren 113.965 Frauen von Partnerschaftsgewalt betroffen. Die Auswertung des BKA zeigt: Partnerschaftsgewalt trifft zu über 82 Prozent Frauen. Fast die Hälfte (49,1 Prozent) von ihnen lebte in einem Haushalt mit dem Tatverdächtigen.
Zu den Delikten gehören Mord und Totschlag, Körperverletzungen, Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, Bedrohung, Stalking und Nötigung, Zuhälterei und Zwangsprostitution.
Obwohl jede dritte Frau mindestens einmal in ihrem Leben Gewalt erfährt, suchen nur 20 Prozent der Betroffenen Unterstützung.
Hilfetelefon für Frauen
„Du bist doch selber schuld“. „Dir glaubt doch eh’ keiner“. „Die Familie wird dich verstoßen“. Aber auch: „Das mache ich nur, weil ich dich liebe“, sind Sätze, mit denen gewaltbetroffene Frauen eingeschüchtert und zum Schweigen gebracht werden sollen – in Deutschland, Tag für Tag, quer durch alle Gesellschaftsschichten.
Seit 5 Jahren gibt es das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“, angesiedelt beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA). Ob Gewalt in der Partnerschaft, Mobbing, Stalking, Zwangsheirat, Vergewaltigung oder Menschenhandel – das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ steht betroffenen Frauen rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr, zu allen Formen von Gewalt zur Seite - in mittlerweile 18 Sprachen!
Unter der Rufnummer 08000 116 016 und über die Online-Beratung unter www.hilfetelefon.de können sich Betroffene, aber auch Menschen aus dem sozialen Umfeld der Betroffenen und Fachkräfte beraten lassen – anonym, kostenlos, barrierefrei. Auf Wunsch vermitteln die Beraterinnen an eine Unterstützungseinrichtung vor Ort.
Auch Männer, die sich beim Hilfetelefon melden, werden nicht abgewiesen.
Wer hilft in Wuppertal?
Das Wuppertaler Frauenhaus kann unter der Telefonnr. 0202 71 14 26 erreicht werden, wenn eine Aufnahme in einem Frauenhaus erforderlich ist.
Das Frauenhaus unterhält auch eine Beratungsstelle. Ein Erstkontakt kann unter der Nr. 0202 31 88 55 vereinbart werden. Themen sind Beratung und Unterstützung bei häuslicher Gewalt, aber auch bei Stalking.
Jobcenter und Frauenhaus arbeiten eng zusammen
„Partnerschaftsgewalt findet in allen Gesellschaftsschichten statt“, so Thomas Lenz, Vorstandsvorsitzender des Jobcenters. „Dementsprechend haben wir und das Wuppertaler Frauenhaus vor einigen Jahren eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen, die kurze Wege im Sinne der Betroffenen regelt“.
Aktion am Neptunbrunnen in Elberfeld am 25. November
Anlässlich des Tages gegen Gewalt gegen Frauen findet am 23.11.2018 um 16:30 Uhr eine Aktion am Neptunbrunnen am Elberfelder Neumarkt statt, koordiniert vom Frauenhaus und unterstützt vom „Runden Tisch gegen häusliche Gewalt“, an dem das Jobcenter mitarbeitet.
Interessierte sind bei der Aktion herzlich willkommen.