Finanzspritze für die zweite Jahreshälfte: Diese Maßnahmen kann das Jobcenter jetzt retten
Nachdem das Jobcenter Wuppertal zunächst mit rund 10 Mio. Euro weniger Haushaltsetat in das Jahr 2025 starten musste, hat der Bund nun für die zweite Jahreshälfte mit zusätzlichen 3,5 Mio. Euro nachgerüstet. Das verschafft mehr Handlungsspielraum, wenn auch erstmal für eine begrenzte Zeit. Die Zukunft des kommenden Jahres bleibt weiter ungewiss.
„Das Jobcenter Wuppertal wird die kurzfristig bereitgestellten Mittel nahezu vollständig für die Leistungsempfänger*innen in Wuppertal einsetzen können“, verkündet Andreas Kletzander, Vorstand für Integration, Kommunikation und Finanzen. Sich dem Ende neigende Maßnahmen können für die zweite Jahreshälfte verlängert werden und aufgrund des Haushaltsdefizits bereits ausgelaufene Maßnahmen gemeinsam mit den sozialen Trägern wieder neu aufgelegt werden.
Welche Maßnahmen gerettet werden
„Seit Bekanntgabe der Finanzspritze haben wir in Rekordzeit die Weichen dafür gelegt, dass rund 776 Menschen im Leistungsbezug eine neue Beschäftigung erhalten“, sagt Andreas Kletzander. Für 288 Teilnehmende haben wir ab 1. September Plätze in regulären Maßnahmen wie persönliche Coachingmaßnahmen geschaffen, 168 Teilnehmendenplätze fallen auf eine Arbeitsgelegenheit (AGH) und 20 Plätze werden für die geförderte Beschäftigung auf dem zweiten Arbeitsmarkt bereitgestellt (nach dem Teilhabechancen-gesetz 16 e und i).
Außerdem erlaubt uns das aufgestockte Budget acht Coaches in Vollzeit in der Maßnahme „Bewerbungszentrum“ zu finanzieren, die rund weitere 300 marktnahe Leistungsberechtigte aufnehmen können.
Dabei sind Maßnahmen neu ausgeschrieben oder mit zusätzlichen Teilnehmendenplätzen bedacht worden, die der unterschiedlichen Kunden*innen-Struktur gerecht werden. Somit sind beispielsweise Jugendliche mit 110 Plätzen in der „Übungswerkstatt“ oder im „Werkstattjahr“ berücksichtigt worden, wo sie sogar einen Schulabschluss erwerben können. Langzeitarbeitslose bekommen durch Train2be oder auf dem 2. Arbeitsmarkt (16i- und e-Stellen) eine längerfristige Perspektive und die Maßnahme „Stoffwechsel“, die mit 56 Teilnehmendenplätzen berücksichtigt ist, greift speziell die Bedarfe von Frauen auf.
Kristin Degener, Vorstandsvorsitzende des Jobcenters, betont wie wichtig dies auch für die Stadt Wuppertal ist: „Die Bedeutung weiterer Maßnahmen geht über die Einzelschicksale hinaus und hat erhebliche positive Effekte auf unsere Stadt. Wir wirken dem Fachkräftemangel entgegen, beugen mit Qualifizierung zukünftige Arbeitslosigkeit vor und nicht zuletzt kommen viele dieser Beschäftigungsmaßnahmen direkt der Pflege unserer Stadt zugute.“
Auswirkungen der Finanzspritze für Jobcenter Kunden*innen
Maßnahmen sind Förderangebote, die die Wiedereingliederung der Bürgergeldempfänger*innen zum Ziel haben. Durch den Einbruch des Wuppertaler Eingliederungstitels zum dritten Mal in Folge, sind diese Angebote vor allem 2025 massiv geschrumpft, was nicht zuletzt den Anstieg der Arbeitslosenzahlen zur Folge hatte.
Dr. Kletzander dazu: „Nun haben unsere Mitarbeitenden wieder die Möglichkeit, vielen Menschen ein passgenaues Angebot zu machen und ihnen – wenn auch nur für die begrenzte Dauer dieses Jahres – eine Beschäftigung und eine geregelte Tagesstruktur zu geben. Es ist für uns, für unsere Kunden*innen und auch die Träger, die diese Maßnahmen durchführen, allerdings nur ein kurzes Aufatmen und gibt weder uns noch ihnen darüber hinaus eine Planungssicherheit oder stabile Integrationszahlen, die unsere Stadt bräuchte.“